Samstag, 11. April 2015

[Leseprobe] "Kein Ort ohne dich" von Nicholas Sparks

Letztens verbrachte ich einen schönen Abend im Cineplex. Im Eingangsbereich gibt's dort Ständer mit Kinozeitschriften und ich liebe es, diese durchzuwühlen. ;) So fiel mir also diese Leseprobe ins Auge.


Das Buch heißt "Kein Ort ohne Dich". Der gleichnamige Film wird am 30.04.2015 in die Kinos kommen. Er ist von den gleichen Produzenten wie "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" und der war super!
Ich freu mich schon drauf. ;)
Wenn die große Liebe verloren scheint
Der 91-jährige Ira steht nach einem schweren Unfall an der Schwelle des Todes. Nur die Erinnerungen an seine verstorbene Frau Ruth halten ihn am Leben. Währenddessen kämpfen Sophia und Luke, ein junges Paar, um ihre Liebe. Sie sind so grundverschieden, dass eine gemeinsame Zukunft kaum vorstellbar ist. Können sich die beiden Generationen gegenseitig retten? 
 So heißt es im Klappentext. Klingt schwer nach Liebesroman. ^^


Leseprobe

Ich habe mich dazu entschieden, euch die Leseprobe abzutippen. Mir hat sie sehr gut gefallen. Viel Spaß beim Lesen.

"Wieso bist du nicht auch drinnen bei deinen Freunden?"

Mit einem Finger schob Luke sich die Hutkrempe hoch. "War ich ja. Eine Weile lang zumindest. Aber ich war nicht zum Reden aufgelegt, deshalb bin ich nach draußen gegangen."
"Jetzt redest du aber doch."
"Ja, das stimmt." Er grinste verlegen. "Außer dem was ich schon gesagt habe, gibt es aber nicht viel zu erzählen. Ich reite Bullen und arbeite auf unserer Ranch. Mein Leben ist nicht so wahnsinnig spannend."
Sophia musterte ihn. "Dann erzähl mir etwas, was du normalerweise nicht erzählst."
"Zum Beispiel?", fragte er misstrauisch.
"Egal was." Sie hob die Hände. "Woran hast du vorhin gedacht, als du allein dort drüben standest?"
Luke trat unbehaglich aufs andere Bein und wandte den Blick ab. Er antwortete nicht sofort, sondern verschränkte die Hände vor sich auf dem Zaun. "Um das wirklich zu verstehen, müsstest du es sehen", sagte er schließlich langsam. "Aber das Problem ist, dass es nicht genau hier ist."
"Wo dann?",fragte sie verwundert.
"Da drüben." Er deutete zu den Koppeln.
Sophia zögerte. Jeder kannte die Geschichten: Frau trifft Mann, der nett und freundlich wirkt, aber sobald sie alleine sind... Dennoch schrillten keine Alarmglocken. Se vertraute ihm, und das nicht nur, weil er ihr zu Hilfe gekommen war. Sie fühlte sich einfach nicht von ihm bedrängt; im Gegenteil. Wenn sie ihn bäte, sie allein zu lassen, würde er wahrscheinlich einfach fortgehen, und sie würde ihn nie wiedersehen. Außerdem hatte er sie zum Lachen gebracht. In der kurzen Zeit, die sie miteinander verbracht hatten, hatte sie Brian völlig vergessen.
"Okay", sagte sie. "Ich bin dabei."
Falls Luke von ihrer Reaktion überrascht war, ließ er es sich nicht anmerken. Er nickte nur, legte beide Hände auf die obere Latte und sprang sportlich über den Zaun.
"Angeber", neckte sie. Dann bückte sie sich, quetschte sich unten durch die Latten, und sie gingen los.
Auf dem Weg über die Wiese hielt Luke einen angenehmen Abstand. Sophia betrachtete die wellige Zaunkante, die sich über das Land erstreckte, und staunte wie unterschiedlich diese Gegend im Vergleich zu der war, in der sie aufgewachsen war.
Sie mochte die stille, beinahe strenge Schönheit dieser Landschaft hier. In der Ferne drängten sich die Kiefern und Eichen zusammen, bildeten eine undurchdringliche schwarze Wand. Die Geräusche in ihrem Rücken wurden nach und nach leiser, und man hörte die Grillen zirpen. Trotz der Dunkelheit merkte Sophia, dass Luke sie musterte, obwohl er sich Mühe gab, dies nicht auffällig zu tun.
"Hinter dem nächsten Zaun gibt es eine Abkürzung", sagte er. "Von da aus kommen wir zu meinem Wagen."
Die Bemerkung überrumpelte sie. "Zu deinem Wagen?"
"Keine Sorge." Er hob die Hände. "Wir fahren nicht fort. Wir steigen nicht mal ein. Ich glaube nur, dass wir von der Ladefläche aus besser sehen können. Es ist höher und bequemer. Ich habe zwei Liegestühle dabei."
"Du hast Liegestühle auf deinem Wagen?" Sie kniff ungläubig die Augen zusammen.
"Ich habe eine Menge Zeug auf der Ladefläche."
Natürlich. War das nicht völlig normal? Marcia würde sich königlich amüsieren.
Inzwischen hatten sie den nächsten Zaun erreicht, und das Licht der Scheinwerfer in der Arena wurde stärker. Wieder hüpfte Luke mühelos hinüber, aber hier waren die Latten zu eng gesetzt als dass sich Sophia hätte durchquetschen können. Also kletterte sie hinauf, hockte sich auf die Kante und schwang die Beine auf die andere Seite. Sie nahm seine Hände als sie heruntersprang, und ihre schwielige Wärme fühlte sich gut an.
Sie liefen zu einem Tor in der Nähe und wandten sich dann dem Parkplatz mit den Pick-ups zu. Luke steuerte einen glänzend schwarzen Wagen mit großen Reifen und einer Scheinwerferleiste quer über dem Dach an, den einzigen, dessen Motorhaube in die andere Richtung geparkt war. Er öffnete die Klappe und sprang auf die Ladefläche. Wieder streckte er ihr die Hände entgegen, und schon stand sie neben ihm.
Luke drehte sich um und begann, Gegenstände beiseitezustellen. Sophia verschränkte die Arme und überlegte, was Marcia wohl zu dem Ganzen sagen würde. Sie hörte ihre Fragen schon: Wir reden von dem Hübschen, oder? Er hat dich wohin mitgenommen? Was hast du dir dabei gedacht? Was, wenn er ein Psychopath gewesen wäre? Unterdessen wühlte Luke weiter. Sie hörte ein metallisches Geräusch, und dann tauchte er neben ihr mit einem Strandstuhl auf. Er klappt ihn auseinander, stellte ihn auf die Ladefläche und wies mit der Hand darauf. "Bitte, setz dich doch. Ist gleich so weit."
Reglos blieb Sophia stehen, sie sah wieder Marcias skeptisches Gesicht vor ihrem geistigen Auge. Doch dann dachte sie, warum nicht? Der ganze Abend war ziemlich schräg verlaufen. Jetzt also auf einem Liegestuhl auf der Ladefläche eines Pick-ups zu sitzen, der einem Bullenreiter gehörte, war eine fast natürliche Fortsetzung. Ihr kam in den Sinn, dass abgesehen von Brian der letze Mann mit dem sie allein gewesen war, Tony Russo gewesen war, der sie im Sommer vor dem College zum Schulabschlussball begleitet hatte. Sie kannten einander damals schon seit Jahren, aber dann war die Sache schnell zu Ende gewesen. Er war süß und klug - er war in Princeton genommen worden -, aber schon bei der dritten Verabredung hatte er seine Hände überall gehabt und-  Luke unterbrach ihre Gedanken, indem er den anderen Liegestuhl neben sie stellte. Statt sich allerdings hinzusetzen, hüpfte er von der Ladefläche, lief nach vorn und beugte sich durchs Fenster in der Fahrerkabine. Einen Moment später ertönte das Radio. Countrymusic.
Na klar, dachte sie belustigt. Was sonst?
Nun endlich setzte er sich und streckte die Beine vor sich aus, eins über das andere geschlagen.
"Bequem?"
"Mehr oder weniger." Sie wand sich etwas, ihr wurde bewusst, wie nahe sie einander waren.
"Möchtest du die Stühle tauschen?"
"Das ist es nicht. Es ist... das Ganze." Sie machte eine ausladende Handbewegung. "Auf der Ladefläche von Pick-ups auf Liegestühlen zu sitzen, ist neu für mich."
"Mach ihr das in New Jersey nicht?"
"Wir machen andere Sachen. Ins Kino gehen. Essen gehen. Freunde besuchen. Sowas hast du wohl früher nicht getan?"
"Doch, natürlich. Tue ich immer noch."
"Was war der letzte Film, den du gesehen hast?
"Was ist ein Film?"
Sie brauchte eine Sekunde, um zu merken, dass er sie aufzog, und ihr rasch wechselnder Gesichtsausdruck brachte ihn zum Lachen. Dann deutete er auf den Zaun. "Von nahem sind sie größer, findest du nicht?"
Als Sophia den Kopf drehte, sah sie einen Bullen langsam auf sie zu trotten, nur ein paar Meter entfernt. Man konnte das Spiel der Muskeln in seinem Brustkorb erkennen. Seine Größe verschlug ihr den Atem. Ihn aus diesem Abstand zu betrachten war etwas vollkommen anderes als vorhin in der Arena.
"Ach du liebes bisschen." Sie beugte sich vor. "Der ist ja... riesig!" Sie wandte sich zu Luke um. "Und so was reitest du? Freiwillig?"
"Wenn sie mich lassen."
"War es das, was du mir zeigen wolltest?"
"Im Prinzip ja. Genau genommen meinte ich den da drüben."
Er deutete auf den Pferch dahinter, in dem ein cremefarbener Bulle stand. Ohren und Schwanz zuckten, aber abgesehen davon rührte er sich nicht. Ein Horn war schief, und selbst aus dieser Entfernung konnte Sophia das Narbengeflecht auf seiner Flanke sehen. Er war zwar nicht so groß wie einige andere, aber seine Haltung hatte etwas Angriffslustiges und Trotziges, und sie ahnte, dass er jeden anderen Bullen herausforderte, sich ihm zu nähern. Sein raues Schnauben durchbrach die Stille der Nachtluft.
Als sich Sophia zu Luke umdrehte, bemerkte sie eine Veränderung in seiner Miene.
"Das ist Big Ugly Critter", sagte er, ohne den Blick von dem Bullen abzuwenden. "An ihn habe ich gedacht, als ich vorhin am Zaun stand. Ich habe ihn gesucht."
"Ist er einer von denen, die du heute Abend geritten hast?"
"Nein. Aber nach einer Weile wurde mir klar, dass ich nicht abfahren konnte, ohne ihn aus der Nähe gesehen zu haben. Was komisch ist, denn als ich hierherkam, war er eigentlich der letzte Bulle, den ich sehen wollte. Deshalb habe ich auch den Pick-up rückwärts geparkt. Und wenn ich ihn heute Abend gezogen hätte, weiß ich nicht, was ich getan hätte."
Sie wartete darauf, dass er weitersprach, aber er schwieg. "Ich nehme mal an, du hast ihn schon geritten."
"Mehr oder weniger." Er schüttelte den Kopf. "Ich habe es versucht. Drei Mal. Er ist ein besonders gemeiner Bulle. Nur sehr wenige Leute haben ihn je erfolgreich geritten., und das ist schon ein paar Jahre her. Er dreht sich im Kreis und schlägt aus und wechselt die Richtung, und wenn er dich abwirft, bleibt er wütend auf dich, weil du überhaupt nur versucht hast, ihn zu reiten. Ich hatte Albträume wegen diesem Bullen. Er macht mir Angst." Jetzt drehte er sich zu Sophia um, das Gesicht halb im Schatten. "Das ist etwas, was fast niemand weiß."
Es lag etwas gequältes in seiner Miene. Damit hatte sie nicht gerechnet.
"Irgendwie kann ich mir gar nicht vorstellen, dass du vor etwas Angst hast", sagte sie ruhig.
"Tja, ich bin eben ein Mensch." Er grinste. "Übrigens bin ich auch kein allzu großer Fan von Blitzen, wenn es dich interessiert."
Sie setzte sich auf. "Ich liebe Blitze."
"Aber nicht unbedingt, wenn du mitten auf einer Weide stehst, ohne jeden Schutz."
"Das glaube ich dir."
"Jetzt bin ich dran. Ich darf eine Frage stellen. Welche ich will."
"Bitte, leg los."
"Wie lange warst du mit Brian zusammen?"
Sie musste fast Lachen vor Erleichterung. "Das ist alles?" Sie wartete nicht auf eine Antwort. "Seit dem zweiten Jahr auf dem College."
"Er ist ein großer Bursche."
"Er hat ein Lacrosse- Stipendium."
"Dann ist er bestimmt gut."
"Im Lacrosse, ja", gab sie zu. "Als Freund nicht so."
"Trotzdem warst du zwei Jahre mit ihm zusammen."
"Tja, stimmt..." Sie zog die Knie hoch und schlang die Arme darum. "Warst du schon mal richtig verliebt?"
Er hob den Kopf, als suche er die Antwort in den Sternen. "Ich bin mir nicht sicher."
"Dann warst du es wahrscheinlich nicht."
Darüber dachte er kurz nach. "Okay."
"Was? Kein Einspruch?"
"Wie gesagt, ich bin mir nicht sicher."
"Warst du traurig, als es vorbei war?"
Er presste die Lippen zusammen und wog seine Worte ab. "Nicht sehr, aber Angie auch nicht. Es war nur eine Highschool-Geschichte. Nach der Schule haben wir, glaube ich, beide begriffen, dass unterschiedliche Wege vor uns liegen. Aber wir sind immer noch befreundet. Sie hat mich sogar zu ihrer Hochzeit eingeladen. Ich hatte viel Spaß mit einer ihrer Brautjungfern."
Sophia sah zu Boden. "Ich habe Brian geliebt. Ich meine, vor ihm war ich ein paarmal verknallt. Auf eine Art, dass man den Namen eines Jungen in sein Heft schreibt und Herzchen darum malt. Wahrscheinlich verklären die meisten Menschen ihre erste echte Liebe, und am Anfang ging es mir genauso. Ich verstand gar nicht, warum er mit mir zusammen sein wollte - er sieht gut aus und ist ein erfolgreicher Sportler, und er ist reich und beliebt. Ich war völlig baff, als er Interesse für mich zeigte. Und zuerst war er so witzig und charmant! Als er mich zum ersten Mal geküsst hat, war ich schon dabei, mich in ihn zu verlieben. Und zwar heftig, und dann..." Sie brach ab, wollte nicht weiter ins Detail gehen. "Wie dem auch sei, gleich nach Semesteranfang habe ich mit ihm Schluss gemacht. Ich habe erfahren, dass er den ganzen Sommer bei sich zu Hause mit einer anderen geschlafen hat.
"Und jetzt will er dich zurückhaben."
"Ja, aber warum? Geht es wirklich um mich oder darum, dass er mich nicht haben kann?"
"Fragst du mich das?"
"Ich frage dich nach deiner Einschätzung. Nicht, weil ich ihn zurücknehmen würde, denn das mache ich auf keinen Fall. Ich frage dich als Mann."
Luke nahm sich Zeit mit seiner Antwort. "Ein bisschen von beidem vermutlich. Aber soweit ich das beurteilen kann, würde ich sagen, weil ihm klar geworden ist, dass er einen Riesenfehler begangen hat."
Sie nahm das unausgesprochene Kompliment schweigend auf, seine zurückhaltende Art gefiel ihr. "Ich bin froh, dass ich dich heute Abend reiten sehen durfte." Das war ihr voller Ernst, merkte sie. "Ich fand dich wirklich gut."
"Ach, ich hatte Glück. Ein bisschen eingerostet habe ich mich gefühlt. Es ist ein Weilchen her, seit ich zuletzt auf einem Bullen saß."
"Wie lange denn?"
Er wischte sich umständlich die Hände an der Jeans ab, ehe er schließlich antwortete: "Achtzehn Monate."
Einen Moment lang dachte sie, sich verhört zu haben. Du bist seit eineinhalb Jahren nicht geritten?"
"Nein."
"Warum denn nicht?"
Er machte den Eindruck, als sei er unschlüssig, was er antworten sollte. "Mein letzter Ritt damals war schlimm."
"Wie schlimm?
"Ziemlich schlimm."
Plötzlich begriff Sophia.
"Big Ugly Critter", sagte sie.

Kinotrailer


Werdet ihr euch das Buch kaufen oder den Film gucken?
Hat euch der Post gefallen? Wenn ja, würde ich gern noch mehr Buchvorstellungen mit Leseproben machen. Schreibt's mir doch in die Kommentare. :)

Bis bald,
Mia :)
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Dieses Buch... ist... boah! Sowas von lesenswert , anders kann man das gar nicht beschreiben!